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Erfolgsfaktor Profiling
Stellenfehlbesetzungen und Unproduktivität am Arbeitsplatz bestimmen den Erfolg und Mißerfolg eines Unternehmens.
Profiling bietet ein hohes Maß an Sicherheit um Positionen mit geeigneten Mitarbeitern zu besetzen.

Heute benutzen Studenten der Ingenieurswissenschaften multifunktionale High-Tech-Taschenrechner statt eines Rechenschiebers, die Lagerhaltung und -verwaltung von zehntausenden von Artikeln geschieht per Computer und zwar nicht nur schneller und genauer, sondern meist auch günstiger als vorher. Überdimensionierte Tennisschläger aus Verbundwerkstoffen haben hölzerne Schläger abgelöst und haben die Strategie des Spiels von Grund auf geändert. Fast über Nacht haben Fax, E-Mail und FedEx den Charakter von Kommunikation von Grund auf den Kopf gestellt. So selbstverständlich diese Beispiele sein mögen, wenige Jahre zuvor waren diese neuen Methoden nicht vorstellbar. In jedem einzelnen Fall waren es einige Vordenker, die die Gelegenheit ergriffen, um sich in ihrem Feld einen Konkurrenzvorteil zu erkämpfen. Es war ihr Unwille hinzunehmen, dass alles bleibt wie es ist, der sie zu diesen Taten trieb.
Laut einer Studie des Gallup Institutes sind 67% der deutschen Arbeitnehmer nicht zufrieden an ihrem Arbeitsplatz. 

Unabhängig voneinander schätzen Gallup und das Profound Institute, dass die deutsche Volkswirtschaft jährlich 214 bis 221 Milliarden Euro durch die Unproduktivität unzufriedener Arbeitnehmer verliert. Auch wenn wir solche Forschungsergebnisse als überzogen erachten und ignorieren, bleibt es eine Tatsache, dass es in jeder Branche überall auf der Welt Menschen gibt, die nicht die Leistung erbringen, die von ihnen erwartet wird. Tragisch daran ist, dass dies als Normalität betrachtet und hingenommen wird. Würden Sie in einem produzierenden Gewerbe 30 bis 40 Prozent Ausschuss akzeptieren? Anders gefragt: Können Sie sich Unproduktivität in einem stark aneinander gebundenen Umfeld überhaupt leisten?

Wir glauben fest daran, dass in wenigen Jahren Stellenfehlbesetzungen und Unproduktivität am Arbeitsplatz genauso wenig akzeptiert werden, wie es heute mit Ausschuss in der Produktion geschieht. Getrieben von den Quantensprüngen auf dem Gebiet der Datenverarbeitungstechnik haben psychometrische Verfahren in den letzten Jahren enorme Durchbrüche erzielt. Das Ausmaß dieser Verbesserungen wird eine Neubewertung aller Aspekte der

Personalwirtschaft und der Personalführung bewirken.

Was bedeutet „Psychometrisches Verfahren“?

Nach der allgemein anerkannten Definition von Lienert (1961) ist ein psychometrisches Verfahren ein wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale, mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung.

Ein psychometrisches Verfahren ist ein nach wissenschaftlichen Kriterien entwikkeltes Verfahren zur Messung der Ausprägung bestimmter Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale. Es besteht aus Aufgaben und Fragen. Aus der Art und Weise der Beantwortung sind Rückschlüsse darüber möglich, wie sich die Teilnehmer voraussichtlich bei vergleichbaren Anforderungen in realen Alltagssituationen verhalten werden.

Was ist Profiling?

Profiling ist eine Eignungsmethodik, die im Berufsleben angewendet wird. Profiling wird zur Auswahl geeigneter Bewerber und zur Prognose des Beruferfolgs eingesetzt.

Im Vordergrund steht hier die Frage, wer für einen bestimmten Arbeitsplatz geeignet ist oder wer die Anforderungen am besten erfüllt.

Die Basis von Profiling ist ein gut definiertes Stellenprofil. Was man beachten muss: Beim Profiling geht es um das Messen der Leistungsfähigkeit der Probanden in einem bestimmten Umfeld, an einem bestimmten Arbeitsplatz, in der Zusammenarbeit mit bestimmten Personen.

Profiling misst nicht abstrakt das Potential eines Probanden, wie es eine Potentialanalyse tut, sondern die konkrete Leistungsfähigkeit

Warum setzen Firmen Profiling ein?

Profiling

a) erleichtert die Auswahl von Bewerbern.

b) macht Personalentscheidungen sicherer.

c) vermindert die Gefahr von personellen Fehlentscheidungen ganz erheblich.

d) hilft dem Bewerber, den richtigen Arbeitsplatz zu finden, der seinen Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht.

e) unterstützt das Unternehmen darin, dass die richtigen Mitarbeiter am richtigen Platz beschäftigt werden, um bessere Voraussetzungen für eine hohe Arbeitszufriedenheit und Arbeitseffizienz zu

schaffen und damit unnötige Ausbildungskosten zu vermeiden.

f) ist zudem eine sehr ökonomische und einfache Methode der Informationsgewinnung, denn es hilft, viel Zeit und enorme Kosten zu sparen, die durch Fehlbesetzung und/oder Unproduktivität entstehen.

g) erhöht die Personalproduktivität und minimiert gleichzeitig die Aufwendungen für Training und Coaching.

Warum wird soviel Kritik an dieser Methodik geübt?

Man zweifelt ihre Aussagefähigkeit an, man befürchtet, dass sie ein falsches Bild vom Menschen zeichnen. Kritische Einstellungen gen gegenüber psychologischen Verfahren sind sicherlich dann berechtigt, wenn es sich um selbstkonstruierte Verfahren handelt, die den wissenschaftlichen Anforderungen nicht genügen. Die Vorbehalte gegenüber sorgfältig konstruierten Verfahren, die den modernsten wissenschaftlichen Voraussetzungen genügen, lassen sich jedoch nicht aufrechterhalten und beruhen in den meisten Fällen auf Unkenntnis.

Ein weiterer Punkt ist, dass viele Kritiker psychometrischer Verfahren ihre Erfahrungen mit Instrumenten der ersten oder

zweiten Generation gemacht haben. Die Fortschritte der Instrumente der aktuellen fünften Generation sind ihnen gar nicht bewusst. Das ist so als wolle man Erfahrungen, die man einst mit dem Telex gemacht hat, nun auf E-Mail übertragen.

 

Aygen

Die Autorin: Nilgün Aygen

Dieser Artikel wurde auch veröffentlicht in „Profiler 3“. Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Profiles International GmbH, Frankfurt am Main

 

 



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